Rot

Meine Installation auf dem Keramikmarkt berichtet von meiner künstlerischen Forschung und von meiner aktuellen künstlerischen Arbeit. Es geht um die Keramik selbst, um keramische Farbe.

Während meines Forschungsprojektes zum Thema „die Farbe Rot in den keramischen Technologien" kam es vor, dass Rotrezepte durch die komplexen Brennvorgänge und die Vielzahl an Faktoren, die keramische Prozesse ausmachen, wider Erwarten nicht rot geworden sind, sondern blau, hell-blau, türkisblau, grünlich, weiß, farblos, bräunlich usw.

Aus Sicht des Vorhabens, möglichst viele Rottöne zu finden, kann man diese Ergebnisse als Fehler betrachten. Für den Keramikmarkt habe ich aber genau diese Rezepte ausgewählt und versucht, die Fehltöne zu wiederholen und zu nutzen.

Mit der übrig gebliebenen Glasur, den Resten aus meiner Forschungsarbeit, von jedem der in meiner Forschungsarbeit entdeckten Fehltönen habe ich eine handgedrehte Schale glasiert. Diese habe ich unter nahezu den gleichen Bedingungen wie beim ersten Mal gebrannt. Dabei ist mitunter Rot entstanden.

Dieser Versuch zeigt, wie keramische Farbe und wie künstlerische Forschung funktionieren. Jede Schale ist als ein Laborergebnis von unten mit Rezeptnummer und Datum gekennzeichnet, als Verweis darauf, dass sie direkt aus meiner Forschung entnommen sind. Sie sollen den Marktbesuchern von meinem Projekt berichten.