"itai itai" (2026)
„Itai itai“ (japanisch) bedeutet so etwas wie „autsch autsch“ und bezieht sich auf die gleichnamige Kadmiumseuche in Japan im 20. Jhd.
Meine Installation besteht aus drei Fragmenten, einem Flusslauf in keramischem Kadmium auf Porzellanfliesen, einem Reisberg und einem Röntgenbild. Zusammengesehen erzählen sie die Geschichte dieser Seuche.
Ein Wandrelief zeigt über mehrere keramische Fliesen den Flusslauf des Jinzu Flusses. Über den Jinzu Fluss gelang Kadmium von der Miene Tapioka auf die Reisfelder. Über den Reis wurde das Kadmium von den Menschen aufgenommen. Die Darstellung des Flusses wurde einer historischen Handzeichnung von Dr. Noboru Hagino (1968) entnommen. Dr. Hagino war der Arzt, welcher 1968 den Zusammenhang zwischen den Symptomen seiner Patienten und der nahe gelegenen Kadmiummiene herstellte.
Über 100 Menschen starben und viele litten an Knochen und Leberschäden. Ein Verweis darauf bildet das Dia an der Wand, welches den Knochenbefund eines von Dr. Haginos Patienten zeigt. Die Abbildung entstammt seinem Originalbericht.
Kadmium war in Verbindung mit Selen der Rohstoff, der erstmals in der Keramik knallige Signalrottöne ermöglichte und wird häufig mit dem schönen Rot in Verbindung gebracht. So entstanden zwischen den 50 er und 70 er Jahren unzählige Boden- und Wandfliesen in Kadmiumrot. In der Industrie ist Kadmium heute verboten.